Jul10

Einsatzbericht Hochwasserkatastrophe 2013

Im Zuge des Katastrophenschutzes beim Hochwasser 2013 waren einige Kameraden der Bergwachtbereitschaft Wernigerode vom 10.06.2013 bis 16.06.2013 im Landkreis Stendal eingesetzt.

Am 10.06.2013 wurde der Alarm auf Kreisebene ausgelöst und nach kurzer Vorbereitungszeit trafen die Kameraden am DRK in Wernigerode ein. Dort wurde auf die Einsatzbestätigung durch die Leitstelle Harz gewartet.

 

 

Nachdem diese um 23.15 Uhr vorlag setzte sich der Sanitätszug bestehend aus 3 KTW sowie einem LKW mit insgesamt 10 Personen in Richtung Arneburg in Bewegung, der gegen 02.15 Uhr erreicht wurde. An Schlaf war in dieser Nacht überhaupt nicht zu denken, da ständig neue Fluthelfer den Einsatzort erreichten. Nach einer Deichbesichtigung konnte man sehen, welche Folgen das Wasser an den Deichen bereits angerichtet hatte. Die Deiche waren stellenweise so aufgeweicht, dass das Wasser an mehreren Stellen bereits durchsickerte. Viele hunderte Helfer von THW, Feuerwehr und auch Freiwilligen konnten diesen Deich aber mit Unterstützung der Bundeswehr sichern. Im weiteren Verlauf des Tages wurde der komplette Sanitätszug von Arneburg nach Stendal verlegt. Auf der Fahrt konnte man sehen, was das Wasser für eine Macht hatte. Flüsse, die über die Ufer getreten sind konnten in ihrem eigentlichen Verlauf nicht erkannt werden, da das Gebiet teilweise kilometerweit überflutet waren. Das Wort „dramatisch“ beschreibt das Ausmaß in dieser Region am besten.

Vom Krisenstab Stendal wurden wir dann in die weiteren Einsatzorte geschickt, da die Stadt Stendal selbst nicht direkt vom Hochwasser betroffen war. Für die Kameraden der Bergwacht und des Sanitätszug bedeute dies eine Verlagerung der Kapazitäten in die Region Havelberg, die es infolge des Deichbruches bei Fischbeck verspätet und dafür umso schlimmer erwischt hatte. Die Elbbrücke bei Tangermünde war nicht mehr passierbar und so musste der Umweg über Wittenberge und Perleberg in Kauf genommen werden. Dies bedeutete eine Verlängerung der Fahrzeit von 40 Minuten auf knapp zwei Stunden.

In dem kleinen Ort Kamern wurde dann auch für uns Helfer die Tragödie deutlich. Das Wasser stieg in diesem Ort teilweise um bis zu 15 Zentimeter je Stunde. Unsere Aufgabe war die medizinische Versorgung der Helfer und die Evakuierung der Ortsansässigen. Hunderte Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr und Freiwilligen versuchten mit aller Macht den Ort vor den Wassermassen zu schützen. Die Mühen der gesamten Helfer waren aber letztlich erfolglos. Kamern war nicht mehr zu halten. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Sandsäcke und Unmengen der sogenannten Big Packs (große Sandsäcke mit einem Gewicht von 1.000kg) an den Zufahrtsstraßen und Grundstücken verbaut.

In Havelberg, welches auch als Notunterkunft für die evakuierten Orte diente unterstützen wir weitere Einsatzkräfte bei der medizinischen Versorgung der in den Notunterkünften untergebrachten Menschen. Dort konnten wir auch sehen, was die Bundeswehr mit schwerer Technik alles bewerkstelligen konnte. Im Minutentakt brachten riesige Hubschrauber gleich mehrere Big Packs (schätzungsweise waren an einem Hubschrauber 5 Tonnen Gewicht angehängt) in die betroffenen Regionen.

Nach einer guten Woche wurden wir von anderen Einheiten abgelöst und traten am 16.06.2013 wieder unsere Heimreise in Richtung Wernigerode an. Wir sind der Meinung, dass unserer Einsatz dort das Leid der Menschen ein wenig lindern konnte, auch wenn diese aus verständlichen Gründen mit ihren Gedanken ganz woanders waren.

Die zwei anwesenden Kameraden wurden problemlos in den Sanitätszug eingegliedert und es war fest zu stellen, dass alles in allem eine sehr gute Zusammenarbeit der anwesenden Kräfte stattfand. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle noch beim DRK Kreisverband Stendal für die Unterbringung, die Verpflegung und die unkomplizierte Zusammenarbeit.

Bergwacht Wernigerode

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