Jan21

Unverantwortlicher Ausflug zum Brocken

Sehbehinderte Personen mit Begleiter in Not

Es ist kurz vor 15 Uhr, als das Telefon in der Station der Bergwacht auf dem Brocken klingelt. Am anderen Ende die Einsatzleitstelle des Harzkreises. Mit kurzen Informationen werden wir gebeten, zwei behinderte Personen und ihren Begleiter aus Bergnot zu bergen.

Letzte Standortmeldung: per Handy, der Hermannsweg in Richtung Brocken.

Wir erhalten noch die Handynummer einer der Personen, die sich völlig entkräftet und mit starken Unterkühlungen, (morgens im Gelände noch unter minus 15 °C) von dieser Position gemeldet hatten.

Sofort wurde mit der Einsatzplanung, sprich Fahrbarkeit der Wege und Straßen, Schneeauflage, Glätte, Bergungsmöglichkeiten usw. begonnen.

Anfahrtroute -  Vom Brocken über den Hirtenstieg durch die gleichmäßige Schneeauflage nicht  machbar, da kein Weg erkennbar war. –Über den Gelben Brink mit dem Auto ungewiss, da nicht geräumt und somit die Schneehöhe nicht einschätzbar war. –Mit dem Motorschlitten auf Grund teilweise mangelnder Schneeauflage auch nicht möglich.

Auch eingeholte Infos der Ranger halfen uns nicht weiter.

Was blieb war nur die Anfahrt über Drei Annen, Plessenburg zum Scharfenstein, und das bei extrem glatten Forststraßen.

Vom Scharfenstein aus war nur noch der Aufstieg zu Fuß mit dem Akja, mit dem die Personen abtransportiert werden sollten, möglich.

Nach einem strapaziösen 35 minütigen Aufstieg, der den Helfern alles abforderte, erreichten wir die Gruppe - noch rechtzeitig und konnten sie bergen.

Das Fazit dieses Einsatzes:  Wieder einmal Personen, die ohne vorherige Informationen über Wetterbedingungen, Wegstrecke und äußere Bedingungen sich auf den Weg zum Brocken von Ilsenburg aus aufgemacht haben. Unverantwortlich von dem Begleiter, der zwei stark sehbehinderte Menschen, in völlig unbrauchbarer Bekleidung für diese Tour, mit sich genommen hat und sich wahrscheinlich nicht im Klaren über diesen Weg und seine Länge war. Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie leichtsinnig einige Menschen ihr Leben und das Anderer aufs Spiel setzen. Manchmal sollte man doch den Kopf einschalten!

Kl.R.Sittka , BW Wernigerode

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