Feb19

Erlösende Meldung kurz vor zwei: Er lebt!

Nächtliche Suche mit Großaufgebot von Polizei, Bergwacht, Feuerwehr und THW im Nationalpark bei Ilsenburg

Eine großangelegte Suchaktion hat in der Nacht zum Dienstag den Einsatz von Polizei, Bergwacht, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk gefordert. Ein 29-jähriger Tourist aus Köln hatte sich im Nationalpark Harz verirrt und Glück im Unglück.

Bei der Polizei in Goslar ist am Montag gegen 19.45 Uhr ein Notruf eingegangen. Über sein Mobiltelefon meldete sich ein 29-jähriger Urlauber aus Köln und informierte, dass er Hilfe benötigt. Er hatte sich auf dem Weg vom Brocken nach Ilsenburg in der Nähe des Kleinen Brocken verlaufen und fand den Weg nicht allein zurück nach Ilsenburg. Da die Telefonverbindung jedoch phasenweise gestört war, sei sich der Mann nicht sicher gewesen, ob er verstanden wurde und habe weitere Notrufe abgesetzt. Diese wurden aber jeweils von anderen Funknetzen aufgefangen, so dass sie nicht nur in Goslar, sondern auch in Wernigerode und Ilsenburg aufliefen. Das sorgte zunächst für Verwirrung. Dennoch war schnell klar, dass der Verirrte auf sachsen-anhaltischer Seite des Harzes zu suchen sei, so die Polizei.


Sofort rückten drei Funkwagenbesetzungen aus, zeitgleich wurde die Harzer Bergwacht alarmiert, die aus der Gegenrichtung mit der Suche begann. All das blieb zunächst ergebnislos. Auch eine Ortung des Gesuchten über dessen Handy brachte keinen Erfolg. Ein ebenfalls zur Unterstützung angeforderter Polizei-Hubschrauber mit Wärmebildkamera musste aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben, da es zum Zeitpunkt des geplanten Starts in Magdeburg nieselte und das Wasser sofort auf dem Fluggerät fror.

So waren die Polizisten und die Bergwacht des DRK auf sich gestellt. Als sie gegen 21 Uhr immer noch keinen Hinweis auf den Gesuchten hatten, wurden die Feuerwehr Ilsenburg und das Technische Hilfswerk (THW) Quedlinburg mit einer Suchhundestaffel alarmiert. Am Nationalparkhaus Scharfenstein wurde die Zentrale der Suchtrupps eingerichtet. Nationalpark-Ranger Matthias Herbst, der von einem Bekannten um Hilfe gebeten wurde, war sofort bereit, zum Scharfenstein zu fahren und für die Rettungsmannschaften ein Blockhaus aufzuheizen. Während des gesamten Einsatzes versorgte er die Helfer mit heißem Tee und Kaffee.

"Der Mann hatte ein Riesenglück."
Thomas Springer, Polizei Wernigerode

Als sehr nützlich erwies sich der Motorschlitten der Bergwacht, der die einzelnen Teams mitsamt ihren Hunden im Gelände aussetzte. Kurz vor Mitternacht wurde tatsächlich eine Spur gefunden. Es dauerte jedoch noch gut zwei Stunden, bis gegen 1.50 Uhr die Ilsenburger Feuerwehr über Funk meldete:

"Mann gefunden. Er lebt ..."

Der Mannschaftstransporter der Feuerwehr mit den Kameraden Carsten Feige, Konstantin Schipp, Jens Treziak und Michael Günther hatte am Abzweig Plessenburg den Urlauber entdeckt, der drauf und dran war, noch weiter vom Weg abzukommen. Nach Aussagen der Retter sei der junge Mann völlig entkräftet und teils orientierungslos gewesen. Er wurde zunächst zum Scharfenstein und danach durch den medizinische Rettungsdienst in das Harz-Klinikum Wernigerode gefahren. Dort blieb er bis gestern zur Beobachtung, soll dann nach Angaben seines Vermieters das Krankenhaus verlassen und nach Köln zurückgefahren sein.

"Der Mann hatte ein Riesenglück, dass die Temperaturen in dieser Nacht nur bei etwa drei Grad minus lagen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er sich eine Woche früher verirrt hätte. Da waren es Minus 18 Grad", sagte Thomas Springer vom Einsatzdienst der Polizei.

Volkstimme, 15.02.12

 

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