Feb02

Rettungseinsatz Alexanderstieg

Tourengeher verirrt - Nachteinsatz erforderlich

Am 02.02.2010 um 22,10 wurde die Bereitschaft Wernigerode durch die Rettungsleitstelle Harz alarmiert. Zwei Tourengeher haben sich im Gebiet unterhalb der Zeterklippe verirrt, einer ist sehr erschöpft, sie müssen geborgen werden.

Die Bereitschaft der Bergwacht Wernigerode rückte daraufhin mit 4 Kameraden, mit dem Geländewagen und dem Motorschlitten aus.

Zum Glück bekamen man mit den Verirrten über Handy Kontakt und dadurch konnte das Suchgebiet relativ gut eingegrenzt werden.


 

 

Durch die Bergwachteinsatzleitung wurde entschieden, dass in zwei Gruppen gesucht wird.

Eine Gruppe beginnt mit der Suche von der Waldgaststätte Plessenburg aus, mit dem Geländewagen der Bergwacht. Die zweite Gruppe benutzt den Motorschlitten aus dem Bergwachtdepot in Schierke und versucht von der Bergseite aus an die Verirrten heran zugelangen.

Die erste Gruppe kam mit dem Geländewagen bis kurz hinter die Plessenburg, dann mussten sie durch die zu hohe Schneelage aufgeben.

Die zweite Gruppe musste von der Bergseite auch mit dem Motorschlitten durch 1,5 m hohe Schneeverwehungen aufgeben.

Beide Gruppen trafen sich dann an der Plessenburg und versuchten von der Talseite aus an die Verirrten heran zu gelangen.

 

Nach mehreren Versuchen zu Fuß mit Schneeschuhen und mit dem Motorschlitten musste aber auch hier kapituliert werden.

Zuviel Schnee und umgestürzte Bäume machten die Wege unbegehbar.

Die letzte Gelegenheit um an die Verirrten heran zugelangen, war der in dem Bereich steil ansteigende Alexanderstieg , der von der Plessenburgchaussee aus in Richtung Weiße- Steine und zur Sonnenklippe führt.

Hier wurde ein letzter Versuch durchgeführt. Wäre dieser wieder fehlgeschlagen hätten die Einsatzkräfte verstärkt werden müssen und die Suche von der anderen Bergseite, aus dem Ilsetal erfolgen müssen.

Trotz der großen Schneehöhe gelangten zwei Bergwachtkameraden mit dem Motorschlitten ca. 1 km auf dem Alexanderstieg bis zu den Verirrten Personen.

Beide Jungen Männer konnten geschwächt, aber sonst gesund, wohlbehalten von der Bergwacht um ca. 3 Uhr ins Talgebracht werden.

 

In der Auswertung des Einsatzes stellte sich die Frage, wie konnten die Tourengeher in diese Situation gelangen.

Die Ausrüstung der Beiden war nicht schlecht und sie waren auch sonst gut vorbereitet.

Sie hatten aber die Schneelage im Harz unterschätzt und die Unwetterwarnungen nicht beachtet. So sind Beide noch bei gutem Wetter zur Tour aufgebrochen. Am Nachmittag verschlechterte sich die Wetterlage aber extrem. Es setzte starker Schneefall ein und es kam Sturm auf. Mit der dann einsetzenden Dunkelheit, ohne Ortskenntnis und fehlenden Orientierungshilfen, wie Kompass und genauer Wanderkarte, kommt man schnell in eine Situation die Lebensgefahr bedeuten kann. Auch im winterlichen Harz.

Die Bergwacht fordert deshalb alle Touristen auf, nur mit guter Vorbereitung und Ausrüstung unwegsame Abschnitte im Oberharz zu betreten. Auf jeden Fall soll der Wetterbericht und die Wetterprognose beachtet werden.

Die Kameraden der Bergwachtbereitschaft Wernigerode

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