Dez20

Rettungseinsatz am Brocken

Das hätte tragisch ausgehen können

Die Bergwachtmänner der Bereitschaft Wernigerode waren gerade nach einem Einsatz an der Sandbringstraße am großen Winterberg zurück, da wurden die Bergretter schon wieder zur Hilfe gerufen.

Auf der Nordseite meldete sich ein junges Paar, das sie sich beim Aufstieg zum Brocken von Ilsenburg aus verirrt haben.

Sie wissen nicht wo sie sich befinden und in welche Richtung sie gehen müssen. Zum Glück funktionierte ihr Handy und sie hatten auch an der Stelle Telefonempfang.

Die Kameraden machten sich unverzüglich auf den Weg um Hilfe zu leisten.

Diese gestaltete sich aber als nicht so einfach. Auf dem Hirtenstieg dem kürzesten Weg zum Einsatzort lagen über 1m Schneeverwehungen. Auch der Weg über den Gelben Bring ins Ilsetal war durch Schneewehen nicht zu befahren.

Der Motorschlitten stand noch in der DRK Zentrale in Wernigerode. Dieses Spezialgerät für den Einsatz zu holen hätte auch wertvolle Zeit gekostet und die Zeit war knapp. Es musste alles sehr schnell gehen den beide Personen waren nicht für das extreme Wetter ausgerüstet. Es herrschten etwa -15° C und der Wind blies mit ca. 100 km/h da liegt die gefühlte Temperatur bei - 30° C. Bei diesen Bedingungen, mit ungenügender Bekleidung und bei körperlicher Erschöpfung ist jede Minute entscheidend.

Die Bergwachtmänner fuhren dann bis zur Scharfensteinstation des Nationalparks Harz. Von hier konnten sie wieder Telefonkontakt zu den verirrten Wanderern auf- nehmen. Die Bergwachtmänner konnten erfahren, dass sich die beiden jungen Leute bis zu einer Schutzhütte an der Stempelsbuche durchgeschlagen hatten.

Endlich konnten die Verirrten lokalisiert werden.

Dank des geländegängigen Fahrzeugs konnte auch bei ca. 30 bis 40 cm Schneehöhe in die Nähe der Verirrten gefahren werden. Durch den starken Wind lagen auf dem Waldweg dann auch noch umgestürzte Bäume, so dass die letzten 300 m dann die Verirrten zu Fuß geborgen wurden.

Die Aktion endete für die beiden jungen Leute mit totaler Erschöpfung und starker Unterkühlung im Harz Klinikum Wernigerode.

Für die Bergwachtkameraden, war nach dem sie die Dienstbereitschaft der Technik wiederhergestellt hatten, um 18,30 Uhr der Einsatz beendet.

Für Brockenwanderer möchte die Bergwacht aus dieser Situation heraus den Hinweisgeben, nur gut Ausgerüstet und mit ausreichender Kondition und Proviant an den Aufstieg zu gehen.

Der geschilderte Einsatz hätte mit weniger Glück und ohne Handyempfang tragisch ausgehen können. In diesem Wandergebiet gibt es im Umkreis von etlichen km keine Gebäude oder Hilfsstellen.


Kommentare (0)

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

Abbrechen Sende Kommentar...