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Mit der sprunghaften Entwicklung des Tourismus im Harz sahen sich viele Ämter und Behörden mit einem völlig neuen Problem konfrontiert, immer mehr forderten Jagdämter ,Förstereien und Waldgaststätten offiziell Unterstützung bei der Suche oder Bergung von Touristen und das schon nachweisbar ab 1932. In Schierke organisierte der Orts Arzt eine Gruppe von Helfern die von Ihm speziell für die Suche und Rettung ausgerüstet wurden, dem schlossen sich der damalige Brockenwirt, das Torfhaus, die Plessenburg mit der Försterei und andere Waldgaststätten an.

Nach 1945 war mit der Deutschen Teilung durch die Zonengrenze alles ganz anders, ein militärisches Sperrgebiet entlang der Grenze unterdrückte jeden Tourismus. 

Erst 1952 wurde in der DDR das DRK neu gegründet und damit war der Weg für eine Bergrettung im Unterharz wieder möglich. In Wernigerode gründete sich 1954 eine Gruppe des Bergrettungsdienstes (BRD) und wurde im damaligen Kreis Wernigerode tätig. Die Betreuung von Touristen, Wanderern, Skisportlern oder Kletterfreunden war in dem zugänglichen Gebiet die Hauptaufgabe des BRD. Dann kam noch das Skigebiet um Drei-Annen-Hohne mit dem wunderbaren Skihang vom Hohnekopf hinzu. Eine Station mit Skilift beherbergte auch den inzwischen umbenannten BRD in BUD und schaffte hier klare Einsatzbedingungen. Der BUD war in der ganzen DDR ein fester Bestandteil des DRK, Grundlagen für die Ausrüstung und Ausbildung wurden Zentral geschaffen, eine einheitliche den damaligen Bedingungen mögliche Bekleidung prägte das Bild nach außen. In Eigeninitiative bauten die Kameraden des BUD ihre Station am Ottofelsen weiter aus.

Mit der Wende 1989 änderte sich das Einsatzbild des BUD vollständig, aus dem BUD wurde unter dem Dachverband der Bergwacht Harz die Bergwacht Wernigerode, die Bekleidung wurde neu und moderner, das Einsatzgebiet vergrößerte sich um das ehemalige Sperrgebiet bis an die Landesgrenze Niedersachsen mit dem Schwerpunkt Brocken.

Neue Technik musste angeschafft werden. Die Ausbildung wurde gemeinsam mit den Kameraden aus Niedersachsen organisiert und den neuen Bedingungen angepasst. Die Bergwachtstation auf dem Brocken wurde zum Schwerpunkt der Einsatztätigkeit. Mit der Bildung des Nationalparks Hochharz wurde der Naturschutz mit zu einer Schwerpunktarbeit der Bergwachtarbeit, ihm fielen aber auch der Skihang in Drei-Annen -Hohne zum Opfer, ein schmerzlicher Einschnitt in die Winterarbeit der Kameraden. Die Station auf dem Brocken wird jetzt an den Wochenenden und an Feiertagen besetzt. 

28 Todesfälle seit 1990, etwa 40 Bergungen im Jahr und viele Hilfeleistungen zeigen wie notwendig die ehrenamtliche Arbeit der Bergwachtbereitschaft Wernigerode ist.